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Energieversorung in Deutschland

Die Energieversorgung in Deutschland beruht auf einer nachhaltigen Energiepolitik. Wobei die Ziele Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gleichermaßen berücksichtigt werden. Gegenwärtig kann kein Energieträger alle Nachhaltigkeitskriterien alleine erfüllen. Deshalb müssen die einzelnen Energieträger und -technologien mit ihren Vor- und Nachteilen im Sinne der höchsten volkswirtschaftlichen Effizienz abgewogen und möglichst umweltschonend kombiniert werden. Diese ausgewogene Mischung wird auch zukünftig die Basis einer zuverlässigen Energie- und Stromversorgung sein. In Deutschland gibt es deshalb einen Energiemix, der sich hauptsächlich aus fossilen und erneuerbaren Energien sowie Kernkraft zusammensetzt. Er ist die Grundlage dafür, dass Deutschland die sicherste Energieversorgung der Welt aufweist.
1. Zusammensetzung und Anteile der einzelnen Energieträger
  • Kohle war im Jahr 2009 der wichtigste Energieträger bei der Brutto-Stromerzeugung. Der Anteil von Braunkohle betrug 24,5 Prozent, bei Steinkohle waren es 18,3 Prozent und Kernenergie hatte einen Anteil von 22,6 Prozent. Die erneuerbaren Energien kamen auf 16 Prozent (Anstieg um rund 6 Prozent) und Erdgas steuerte 12,9 Prozent bei. Aus Heizöl, Pumpspeicher-Kraftwerken und sonstigen Energieträgern wurden insgesamt rund 5,7 Prozent der Brutto-Stromerzeugung (Kraftwerke der Stromunternehmen und der Industrie sowie Einspeisungen privater Betreiber) gewonnen. Insgesamt sank die Brutto-Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2009 (einschließlich der Kraftwerke der Industrie sowie der Einspeisungen privater Betreiber) auf 596,8 Milliarden Kilowattstunden (2008: 637,3 Mrd. KWh). Außer bei den erneuerbaren Energien war im Jahr 2009 die Stromerzeugung aus allen anderen Energieträgern rückläufig. Dies dokumentiert die weiter steigende Bedeutung der erneuerbaren Energien für Deutschland.
2. Chancen und Risiken der Energieträger
  • Die Nutzung jedes Energieträgers hat Vor- und Nachteile. So ist der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung mit einem geringeren CO2-Ausstoß verbunden, gleichzeitig ist Deutschland aber auf künftig weiter steigende Importe aus Nicht-EU-Ländern angewiesen. Bei der Nutzung von Braunkohle hingegen sind im Vergleich etwas höhere CO2-Emissionen in Kauf zu nehmen. Allerdings gibt es hier keine Importabhängigkeit, da die Braunkohle in Deutschland ohne Subventionen gewonnen wird. Die Nutzung der CO2-emissionsfreien Kernenergie leistet einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Versorgungssicherheit – allerdings mit den bekannten Risiken und Vorbehalten. Zudem existiert ein politisch durchaus umstrittener Beschluss, aus dieser Technologie auszusteigen.
    Die erneuerbaren Energieträger hingegen zeichnen sich durch Importunabhängigkeit und eine weitgehend CO2-freie Stromerzeugung aus. Da Sonnen- und Windenergie aber nicht ständig zur Verfügung stehen, erhöht sich das Risiko für die Versorgungssicherheit. Witterungsbedingte Schwankungen müssen durch andere, in der Regel konventionelle Kraftwerke ausgeglichen werden. Diese „Schattenkraftwerke“ sowie der Ausgleich von Leistungsschwankungen durch Regelenergie verursachen zusätzliche Kosten.
3. Effiziente und klimaschonende Erzeugungstechnologien
  • Moderne und noch effizientere Kohle- und Erdgaskraftwerke werden künftig den Schadstoffausstoß weiter senken. Darüber hinaus setzt sich Deutschlands Energiewirtschaft für die Entwicklung CO2-freier Kohlekraftwerkstechnologien ein. Erneuerbare Energien liefern schon heute einen wichtigen Anteil an der Stromerzeugung und wachsen weiter. Dabei gilt es, ihre Effizienz so zu steigern, dass sie mittelfristig ohne Förderung im Europäischen Strom-Binnenmarkt bestehen können. Um der schwankenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien gerecht zu werden, sind außerdem ein intelligentes Netzmanagement und der Ausbau sowie die Forschung an entsprechenden Speichertechnologien erforderlich. Eine zukunftsfähige Energieerzeugung muss also eine breite Palette von Technologien beinhalten wie zum Beispiel Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie Kern- und Kohlekraftwerke. Zudem sollte die Grundlastversorgung durch ein sinnvolles Spektrum an Anlagengrößen von dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bis hin zu zentralen Großkraftwerken sichergestellt werden.
4. Erneuerbare/regenerative Energien
  • Als erneuerbare Energie wird Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse (Biomethan/Bioerdgas, Bioöl, Holz etc.) bezeichnet. Da sie nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind – sich also erneuern – werden sie auch regenerative Energiequellen genannt. Gerade im Hinblick auf den Schutz der Umwelt und im Besonderen unseres Klimas sind sie die Energieträger der Zukunft.
5. Wettbewerb auf dem Strommarkt durch Liberalisierung
  • „Auf dem deutschen Strommarkt herrscht im europäischen Vergleich bereits reger Wettbewerb ", so Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Deutschland hat nach Angaben des BDEW mit rund 1.100 Stromunternehmen eine Vielfalt, die auf dem europäischen Strommarkt ihresgleichen sucht. Das gilt auch für den Erzeugungsmarkt, auf dem rund 450 Unternehmen in Deutschland aktiv sind.
6. Liberalisierter Strom- und Gasmarkt: Vorteil Haushaltskunde
  • Aus dem starken Wettbewerb resultieren immer neue Angebote der Unternehmen, die außerhalb ihrer eigenen Versorgungsgebiete aktiv sind. Dies belegt beispielhaft das gestiegene Angebot von neuen Stromprodukten, günstigen Tarifen im Internet oder Ökostromprodukten. Auch auf dem Gasmarkt wirkt sich die Liberalisierung immer stärker aus. So gibt es auch dort immer mehr Angebote, die von den Kunden nicht nur nachgefragt, sondern auch intensiv genutzt werden. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des BDEW aus dem Jahr 2009. So hatten bereits damals knapp zwei Drittel aller Haushalte beim Strom und gut ein Fünftel beim Gas entweder ein neues Produkt bei ihrem bisherigen Anbieter oder einen anderen Lieferanten gewählt.
    Strommarkt: Konkret hatten 2008 60 Prozent der Privathaushalte seit Beginn der Liberalisierung im Jahr 1998 aktiv einen neuen Stromtarif oder einen neuen Stromversorger gewählt. Bereits 41 Prozent hatten einen neuen Vertrag mit ihrem alten Lieferanten abgeschlossen, 19 Prozent einen neuen Lieferanten gewählt und 40 Prozent der Kunden waren noch ohne Vertragsveränderung.
    Gasmarkt: Der Anteil der Wechsler hat sich von 2007 bis 2008 stark erhöht. So hatten sich 2008 bereits 23 Prozent für ein anderes Produkt beim gleichen Gaslieferanten oder einen neuen Anbieter entschieden. Ende 2007 lag dieser Wert noch bei 11 Prozent.
7. Stromnetze und Regulierung
  • Rund ein Drittel des Strompreises für Haushalte machen die Netzentgelte aus. Das Netzentgelt wird vom Netzbetreiber für die Durchleitung von Strom durch seine Netze erhoben. Diese werden von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Post, Telekommunikation und Eisenbahnen (BNetzA) oder der zuständigen Landesregulierungsbehörde genehmigt.
    Die BNetzA wurde dafür am 13. Juli 2005 eingesetzt. Ihre zentrale Aufgabe im Energiebereich ist es, den diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen und die Höhe der Netzentgelte bei Unternehmen mit mehr als 100.000 Kunden zu überwachen. Für die anderen Unternehmen sind in der Regel die Landesregulierungsbehörden zuständig. Diese können aber ihre Aufgabe an die BNetzA übertragen.
8. Stromspartipps für Verbraucher
  • Licht aus! Fernseher aus! Wer sparen will, muss sich einschränken? Nein. Niemand muss auf die Vorteile und den Komfort elektrischer Geräte verzichten, um die Stromrechnung in den Griff zu bekommen. Stromsparen beginnt im Kopf. Schon durch kleine Änderungen im eigenen Verhalten lässt sich der Stromverbrauch spürbar reduzieren:
    • Energiesparen fängt beim Einkauf an: Achten Sie hier vor allem auf die Angaben zur Energieeffizienzklasse des Geräts und eventuelle Umweltsiegel wie „Der blaue Engel“, das GED-Label (Gemeinschaft Energielabel Deutschland), das EU-Umweltzeichen Euroblume, den Energy Star oder das TCO-Label.
    • Stand-by: Kaufen Sie nur Geräte mit niedrigen Stand-by-Verlusten oder noch besser, verzichten Sie ganz auf Stand-by: Einfach die Geräte ganz vom Stromnetz trennen, wenn sie nicht benutzt werden, durch Ziehen des Gerätesteckers oder Verwendung einer schaltbaren Steckerleiste.
    • Glühlampen gegen Energiesparlampen tauschen, ohne an Helligkeit einzubüßen: Aktuell werden Energiesparlampen in vier unterschiedlichen Lichtfarben angeboten – von extrawarmweiß, warmweiß, neutralweiß bis zu tageslichtweiß. Für jeden Geschmack und Anspruch wird das passende „Wohlfühllicht“ angeboten.
    Für weitere Energiespartipps schauen Sie einfach mal auf der Seite www.verbraucherzentrale-energieberatung.de vorbei. Dort finden Sie vielfältige Energiespartipps für alle Lebenslagen.
9. Details zum Energiemix
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